Astrid Oswald

Alte Musik aus Europa

 

 

Europa ist nicht nur eine politische Gemeinschaft, es hat auch viele verschiedene gemeinsame Wurzeln. Eine dieser ist die Kultur und Musik des barocken Zeitalters.
Das Zusammenspiel mit Kollegen aus anderen europäischen Ländern machte mir diese Gemeinsamkeit du doch Verschiedenheit besonders deutlich.
Aus dieser Erfahrung entstand bei mir der Gedanke, diese Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten der verschiedenen Landesprägungen in einem „europäischen Programm“ für Cembalo zu zeigen.
Das Ergebnis dieser Idee halten Sie nun in Händen.
An dieser Stelle verzichte ich bewusst auf eine Musikwissenschaftliche Erklärung, sondern möchte Sie, statt dessen teilhaben lassen an einigen Entdeckungen und Beobachtungen, auf die ich während der Arbeit mit diesem Programm gestoßen bin.
Ich finde es faszinierend, zu hören, wie jedes Land seinen eigenen musikalischen Charakter hat, z.B. viele verspielte Verzierungen in Frankreich, extrovertierte tanzende Musik in Spanien, und doch sind viele Verbindungen zwischen den Stücken zu finden.
Die zunächst nach außen hin offensichtlichste besteht zwischen Elizabeth Jaque de la Guerre und Sebastián de Albero. Beide komponieren ihr erstes Stück im so genannten Metrum „no msesuré“, was eine freie Notierung ohne Taktstriche und Notenwerte beinhaltet. Der Ursprung dieser Kompositionsart liegt um 1660 in Frankreich. So erscheint es für mich erstaunlich, dass Sebastián de Albero diese Art der Komposition fast 100 Jahre später in Spanien wieder aufgreift.
Eine weitere Verbindung ist auch zwischen Spanien und Italien zu finden, da Albero wohl über acht Jahre in engem Kontakt mit Domenico Scarlatti stand. Diese Beeinflussung ist sehr deutlich in der abschließenden Sonata seines Werks zu hören, die in hohem Maß an Domenico Scarlattis Sonaten erinnert.
Die Toccata seines Vater Alessandro Scarlatti hat in seinem zweiten Presto Teil erstaunlich ähnliche Figurationen wie auch Johann Sebastian Bach in der der abschließenden Fugs seiner Toccata. Eine genauso überraschende Ähnlichkeit gibt es zu Sebastian de Alberos Fuga.
Georg Friedrich Händel war schon ein „europäischer“ Komponist seiner Zeit, da er in Deutschland geboren wurde, Italien bereiste und dann in England lebte. In seinem Werk verbinden sich für mich in ausgesprochenem Maß deutsche „Korrektheit“ mit italiensichem Feuer, was besonders in seiner Ouvertüre und Passacaglia zu Tage tritt.
Dies alles zeigt sehr deutlich die starken Verbindungen und Beeinflussungen zwischen den Ländern Europas in der Barockzeit. Diese Verbindungen auch heute wieder weiter zu beleben, dazu soll diese CD ein kleiner Beitrag sein.

Astrid Oswald
Ab 1985 Berufsfachschule für Musik Dinkelsbühl mit Abschluss Kirchenmusikalische C-Prüfung.
Ab 1987 Cembalostudium bei O. Milani am
Meistersinger – Konservatorium Nürnberg mit Abschluss staatlich geprüfte Cembalolehrerin.
Ab 1998 Diplomstudiengang Cembalo bei Prof. B. Klapprott an der Franz – List – Hochschule Weimar mit Abschluss Künstlerisches Diplom.
Private Studien bei Prof. Dr. R. Hill
Teilnahme an Kursen für Cembalo und Clavichord u.a. bei M. Eberth, J. Sonnleitner, J. Christensen, C. Tilney und B. van Asperen.
Regelmäßige Konzerte mit Musikerkollegen aus anderen europäischen Ländern in Deutschland, Griechenland, Tschechien und Österreich.
Vorsitzende des Vereins: „Collegium Musicum Pro Europa e. V. Alte Musik International“.

A. Scarlatti
1. Toccata Quinta — (Allegro) – Adagio – Fuga, Allegro
2. Corrente

E. J. de la Guerre
3. Suite g – moll — Prelude – Mouvmente
4. Allemande
5. Courante
6. 2. Courante
7. Sarabande
8. Gigue
9. Gigue
10. Menuet
11. Double

S. de Albero
12. Recercata y Fuga y Sonate en sol — Recercata
13. Fuga
14. Sonate

J. S. Bach
15. Toccata e – moll BWV 914 — ohne Bezeichnung
16. Un poco Allegro
17. Adagio
18. Fuga, Allegro

G. F. Händel
19. Suite in g — Ouverture – Presto
20. Andante
21. Allegro
22. Sarabande
23. Gigue
24. Passacaille

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